Lebende Landkarten und Gummibärchen-Roboter

Rund 1800 Besucher bei 18. Ausbildungsstellenbörse in Ansbach

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Wie spannend die Herausforderungen während einer dualen Berufsausbildung sein können, das erfuhren rund 1 800 Besucherinnen und Besucher, die zur 18. Ausbildungsstellenbörse am Dienstag, den 4. April, ins Tagungszentrum Onoldia in Ansbach gekommen waren. Die Ausbildungsstellenbörse „Junge Talente“, die in diesem Jahr zum 18. Mal durchgeführt wurde und die von der von der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, der Handwerkskammer für Mittelfranken, den Wirtschafsförderern in Stadt und Landkreis Ansbach sowie der Arbeitsagentur gemeinsame veranstaltet wurde, erfreute sich in diesem Jahr eines so großen Zulaufs an Schülerinnen und Schülern wie noch nie zuvor.

 

Die Ausstellungs-Highlights

Doch nicht nur der Andrang war außergewöhnlich, die beteiligten Firmen hatten auch viele Objekte im Gepäck, die praktisch verdeutlichten, mit welch modernen Technologien Azubis im Rahmen einer dualen Berufsausbildung heutzutage umgehen. So hatte die Firma Hans Kupfer & Sohn einen ausgetüftelten Pneumatikaufbau mitgebracht, der aus verschiedenen Ventilen und zwei Zylindern bestand und mit Druckluft betrieben wurde. Der Hintergrund: Das Unternehmen bildet in Heilsbronn nicht nur Fachkräfte für Lebensmitteltechnik aus, sondern auch Mechatroniker.

Die Firma Fuchs Elektronik GmbH, die vor allem Informationselektroniker ausbildet, hatte gleich mehrere Demonstrationsobjekte mit dabei, darunter Alarmanlagen, die mit Funksensoren arbeiten, ein "Software Defined Radio" und eine "Augmented Reality Sandbox", die mit Abstandsensoren und Beamertechnik arbeitete und die es dadurch ermöglichte, in einem mit Indoor-Sand gefüllten Kasten eine „lebendige Landkarte“ zu simulieren.

Einen automatischen Produktionsassistenten aus dem Bosch-Werk in Ansbach, das unter anderem Elektroniker für Automatisierungstechnik und Industriemechaniker ausbildet, hatten die Aussteller der Robert Bosch GmbH mitgebracht. Die Geräte der neuen Generationen brauchen keine aufwändige Schutzvorrichtung mehr, weil sie mit modernster Sensorik ausgestattet sind, die automatisch erkennt, wenn sich Menschen in der Umgebung aufhalten. Statt für die Herstellung von Automobilteilen wurde der Demonstrations-Produktionsassistent im Tagungszentrum Onoldia für eine profane, aber sehr populäre Aufgabe eingesetzt: sein Greifarm war dafür zuständig, den süßen Inhalt aus einer Zuckerwattemaschine zu holen.

Auch weitere Aussteller hatten moderne Technologien mitgebracht, die Firma Kennametal, die in ihrer Lehrwerkstatt in Lichtenau unter anderem Zerspanungsmechaniker ausbildet, präsentierte einen BMW-Motorblock, der mit Maschinen hergestellt wurde, die aus ihrem Werk in Lichtenau stammen. Gleich daneben zeigte die Firma Jack Link’s eine Stapelanlage für Hochregallager in Miniatur. Diese war von den Azubis des Unternehmens, das unter anderem Industriemechaniker und Elektroniker sowie Mechatroniker ausbildet, innerhalb mehrerer Monate erbaut worden. Mittels Elektronik und Pneumatik wurden unter anderem ein Förderband und ein Kran bewegt. So wurden kleine Holzklötze transportiert und ins Hochregal einsortiert.

Hightech zu bestaunen gab es auch bei der Firma Transnova Ruf, die einen Prüfroboter mitgebracht hatte, der so programmiert war, dass per Touchscreen kleine Tütchen mit Gummibärchen bewegt werden konnten – oder aber ein Ratespiel mit verschiedenen Gummibärchen-Tüten-Kombinationen durchgeführt werden konnte. Das Ansbacher Unternehmen, das weltweit tätig ist, war bei der Ausbildungsstellenbörse auf der Suche nach Azubis für den Beruf des Elektronikers für Automatisierungstechnik. Sieben bis acht Azubis für diesen Beruf werden pro Lehrjahr eingestellt.

Auf Technik für den spielerischen Einsatz setzten auch die Stadtwerke Ansbach, die einen „heißen Draht“ als Geschicklichkeitsspiel nutzten und die Firma geobra Brandstätter, die eine Kunststoffspritzmaschine aufgestellt hatte, mit der während der Messe live kleine Spielzeugfiguren hergestellt wurden. Im Außenbereich des Tagungszentrums, der ebenfalls von Ausstellern genutzt wurde, konnten die Schülerinnen und Schüler im InfoTruck der Metall- und Elektroindustrie u.a. kleine Steuerprogramme für eine Fräsmaschine schreiben – und das erzeugte Produkt anschließend als Souvenir mit nach Hause nehmen.

 

Informationen satt!

Insgesamt 54 Aussteller, davon vier im Außenbereich, waren auf der 18. Ausbildungsstellenbörse in Ansbach vertreten. Sie informierten über Praktika, Ausbildungsplätze und duale Studiengänge. Die beteiligten Firmen und Institutionen präsentierten ein umfassendes Spektrum von Ausbildungsberufen in den Bereichen Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk sowie bei den Freien Berufen und im Sozial- und Gesundheitsbereich. Darüber hinaus gab es Informationen über Berufsmöglichkeiten bei Polizei und Bundeswehr, Bundespolizei und Behörden sowie über die Angebote weiterführender Schulen.

Gerne hätten sich an der Ausbildungsstellenbörse noch deutlich mehr Firmen beteiligt. „Wir haben eine große Warteliste, der Onoldiasaal könnte doppelt so groß sein“, erklärte IHK-Geschäftsstellenleiterin Karin Bucher bei der Eröffnung der Börse, auf der 115 verschiedene Ausbildungsberufe vorgestellt wurden – und für die in diesem Jahr unter anderem auf Facebook, per Kinospots und durch eine Elterninformationsabend geworben wurde.

„Ich freue mich, dass die Ausbildungsstellenbörse eine solche Erfolgsgeschichte geworden ist“, erklärte die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel in ihrem Grußwort. „Uns freut vor allem auch die Vielfalt an Branchen, es gibt fast nichts, was es hier nicht gibt“, sagte Seidel, die betonte, dass die Ausbildungsbörse, die von mehreren Integrationsklassen besucht wurde, auch dazu beitrage, junge Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Dr. Jürgen Ludwig, der Landrat des Landkreises Ansbach, betonte in seinem Grußwort, es sei wichtig, „jungen Leuten hier in der Region eine Perspektive zu geben“ und zu zeigen, dass vor Ort „eine unglaublich vielfältige Wirtschafts- und Arbeitswelt“ gebe.

Horst Maußner, der stellvertretende Leiter der IHK Geschäftsstelle Ansbach, der die Ausbildungsstellenbörse maßgeblich vorbereitet hatte, attestierte der Veranstaltung in diesem Jahr einen „Bombenerfolg“. Ergänzend zu den zahlreichen Schulklassen am Vormittag habe es auch am Nachmittag noch einmal „einen richtigen Push“ gegeben, insbesondere seien in dieser Zeit viele Schülerinnen und Schüler gesichtet worden, die gemeinsam mit ihren Eltern unterwegs waren.

(Bericht: Rainer Heubeck)

Bildergalerie 2017

Hier gibt es ein paar Eindrücke von der 18. Ausbildungsstellenbörse Ansbach.

Kinospot

Infovideo

Diese Unternehmen waren vor Ort…

Unsere Partner

Kooperationspartner der Veranstaltung sind die Handwerkskammer für Mittelfranken,
die Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg, die Stadt Ansbach und die Wirtschaftsförderung Landkreis Ansbach.

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